erlebnis- und permakulturhof Schibigsberg

Natur und Produktion stehen auf dem Erlebnis- und Permakultur-hof Schibigsberg (SZ) im Ein-klang. Planofuturo hat mit Hilfe von permakulturellen Elementen ein mehrschichtiges, resilientes System geschaffen. Es fördert die Artenvielfalt, wertet die Land-schaft und den Naturraum auf und generiert der Familie ein sicheres Einkommen. 

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Übersichtsplan Neugestaltung Schibigsberg

Ausgangslage & Zielsetzung: ein biodiverser Erlebnishof

2020 richtet die Familie Moser ihren Bauernhof auf dem Schibigsberg in Seewen (SZ) neu aus. Der Fokus liegt künftig auf Biolandbau und Direktvermarktung sowie auf der Produktion von Spezialkulturen wie Beeren, Säulenobst und Reben. Gleichzeitig sollen mit Hilfe von Permakultur-Elementen die Landschaft aufgewertet, die Biodiversität gefördert und ansprechende Orte zum Sein geschaffen werden. Im Herbst 2020 beauftragt die Familie Moser Planofuturo mit der Planung und Umsetzung der Permakultur-Elemente.

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Permablitz-Pflanzaktion der Wildhecke.

Vision: Wirtschaftlichkeit und Ökologie im Einklang

Als erstes entwickelt Planofuturo mit der Familie Moser eine Vision, wie ihr Hof künftig aussehen könnte. Der Betrieb soll sich zum Erlebnis- und Permakulturhof wandeln und langfristig ein sicheres Einkommen für die Familie generieren. Merkmale des Erlebnishofs sind vielfältige Erzeugnisse sowie auf dem Hof veredelte Produkte, Feste und Events und ansprechend gestaltete Elemente und Strukturen zur Förderung der heimischen Artenvielfalt. Schliesslich soll mit dem Hof Schibigsberg aufgezeigt werden, dass ein Landwirtschaftsbetrieb  wirtschaftlich funktionieren und gleichzeitig Sorge zur Umwelt tragen kann und diese mit vielen Elementen gar aktiv unterstützt und der Natur Plätze zur freien Entwicklung bietet.

Neugestaltung: Wildhecken, Begegnungszone, Bachlauf

2021 werden erste Elemente des neuen Betriebskonzepts umgesetzt und ein Grossteil der Heidelbeer- und Apfel-Säulenobst-Anlage realisiert. Parallel erstellt Planofuturo ein Konzept und einen Gesamtplan für die Schaffung der permakulturellen Elemente. Eine 175m lange Wildhecke mit Wildobst als natürlicher Lebensraum, eine 350m2 grosse Biodiversitätszone mit Wieselburgen sowie eine 65m lange Naschhecke aus Beeren und Wildobst werden noch im selben Jahr angelegt. Weiter geplant sind eine zweite Biodiversitätszone mit Wieselburgen, ein Kräutergarten, der gleichzeitig Begegnungszone und Produktionsfläche ist, sowie die Aufwertung eines Feuchtgebiets mit einem neu angelegten, frei fliessenden Bachlauf und einem Teich.

Der permakulturelle Ansatz: Natur aktiv einbeziehen

Der Natur wird in diesem Projekt viel Platz eingeräumt. Die Produktion und die ökologischen Massnahmen haben in etwa denselben Stellenwert. Die Natur wird aktiv gefördert und integriert in den Kreislauf und das langfristige Funktionieren des Hofsystems. Basierend auf einem exakten Studium der Landschaft wurden die permakulturellen Elemente so platziert, dass sie grösstmöglichen Nutzen entfalten.

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Ein frei fliessender Bachlauf wird Hangwasser auffangen
und den Amphibien wertvollen Lebensraum spenden.

Die Wildhecken etwa bieten einer Vielzahl von Tieren Verstecke, Nistplätze, Nahrung und bilden wichtige Korridore zwischen ihren Lebensräumen. Gleichzeitig können die Wildhecken Verbissschäden durch Wildtiere an den Beeren- und Obstanlagen reduzieren. Die Moorbeete für die Heidelbeeranlage wiederum, die einen niedrigen ph-Wert benötigt, wurden aus Nadelholz aus dem eigenen Wald erstellt. 

 

Im Feuchtgebiet findet der in der Permakultur gelebte Grundsatz «Das Problem ist die Lösung» Anwendung. Das Problem war ein Hang, aus dem Wasser drückte, was zu Hangrutschen und Schäden an der Drainageleitung führte. Die Lösung ist in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz und der Beratung Quell-Lebensräume entstanden: Anstelle der Drainageleitung wird ein frei fliessender Bachlauf angelegt. Das Wasser, das bislang im Hintergrund stand, wird zum lebensraumschaffenden Element. Lokal fördernswerte Tierarten wie die Erdkröte oder der Feuersalamander erhalten neue Lebensräume.

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Panoramablick vom Hof ins Tal.

Das Konzept des Erlebnis- und Permakulturhofs strebt ein resilientes System auf verschiedenen Ebenen an. In der Produktion sorgen mehrere Standbeine für eine vielseitige Lebensgrundlage und ein sicheres Einkommen der Familie Moser. Die Auswahl und das Zusammenspiel der Permakultur-Elemente sorgen für gesunde Kulturen und eine intakte Natur. Die grossen Pflanzarbeiten  schliesslich wurden auf viele Hände verteilt: In mehreren Permablitz-Aktionen legten freiwillige HelferInnen einen Grossteil der Wildhecken und Säulenobstanlage an und zelebrierten so das Geminschaftliche, welches in der Permakultur einen hohen Stellenwert geniesst. 

In enger Beziehung mit dem eigenen Land

Durch die Strukturierung der Landschaft in mehrere Bereiche, von denen jeder eine Aufgabe im grossen Ganzen wahrnimmt und in Verbindung steht mit den anderen Bereichen, entsteht eine enge Verbindung der Familie Moser mit ihrem Land. Die klare Rollenzuteilung jedes Bereichs und seine Einbettung ins Hofsystem erhöht zudem die Freude an dessen Pflege, Beobachtung und Entwicklung. Kreisläufe werden kreiert und entdeckt. Der Mut, etwas Neues zu wagen, und der Stolz, wenn es gelingt, dienen als Inspirationsquelle und Vorbild. Dieses neue Wissen und die Erfahrungen gibt man gerne weiter und lädt Menschen ein, sich mit dem Land zu verbinden, teil zu haben an der Entwicklung und als Helfer oder Helferin einen Beitrag zu leisten.

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Skizze Neugestaltung Feuchtgebiet. Das Problem wurde hier zur Lösung.